Diverses: Nachdenkenswertes über Wissen und Bildung

Foto: Anna Petzold

Foto: Anna Petzold

“Man muss nicht unbedingt Weltmeister werden, aber man muss doch die Gewissheit haben: Das kann ich, darauf bin ich stolz. Es geht dabei nicht so sehr darum, andere auszustechen. Es geht darum, dass ich bereit bin, fähig bin, mich einer Sache ganz zu widmen.”
“Die Kreativität, also das, was wir aus den Tatsachen Machen, ist nicht im Internet. Sie ist in unseren Köpfen. Dort wird Wissen verknüpft, dort entstehen Assoziationen, Ideen. Die Vorstellung, man brauche nichts mehr im Kopf zu haben, weil man alles nachschlagen könne, ist falsch.”

http://www.berliner-zeitung.de/wissen/psychologe-ernst-poeppel-ihr-muesst-versuchen–die-besten-zu-sein,10808894,30450974.html

Kino: Der Die Das

Foto: Jabs

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Ein großartiger Dokumentarfilm über Erstklässler in Berlin-Wedding und deren Lehrer, welche auch mal behaupten: “Ihr wisst doch, dass ihr nicht für die Lehrer oder die Schule lernt, sondern für euch, für euer Leben.” – Das habe ich in der Schulzeit für völlig doof gehalten, ich lernte nur für eine möglichst gute Zensur.

Beim Ansehen des Films von Sophie Narr fiel ich vor Rührung regelrecht um, als ein von seinem Vater getrennt lebender Junge auf die Frage, was er denn gern mit seinem Papa machen würde, antwortete: “Auto fahren.” Die Filmemacherin setzte nach: “Und wohin würdest du am liebsten fahren?” Der Junge lächelte und sagte: “Ins Paradies!”

Kino: 140 Minuten ganz großes Kino: “Victoria” – keine Sekunde zu lang!

Foto: Jabs

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Der über den grünen Klee gelobte Film “Victoria” ist ein Kinoerlebnis der besonderen Güte, so was habe ich noch nie gesehen! 

Ein Meisterwerk aus deutschen Landen wurde gerade mit Preisen überhäuft und das völlig zurecht. 

Ob ihm allerdings die Publikumsgunst zuteil wird, wage ich zu bezweifeln. Die besuchte Vorstellung gab der Befürchtung Nahrung, garantieren doch hiesige Produktionen aus den Rubriken lustige Alzheimerkranke, Altersheimerlebnisse rüstiger Senioren oder zeitgenössische Märchenfilme mit den Synchronstimmen Fernsehbekannter traditionell mehr zahlende Zuschauer.
Sebastian Schipper drehte “Victoria” in einer einzigen Einstellung (Kamera: Sturla Brandth Grøvlen!).
Dieser brillante Streifen hat mich rundherum mitgenommen. Die Geschichte wird unglaublich intensiv, aber stringent erzählt, sie kommt angenehm uninszeniert daher. Die überragenden Akteure sind immer authentisch, schauspielern nicht. Atemberaubendes und anhaltendes Tempo hält die Spannung des Filmfreundes ständig hoch. Manchmal wähnt man den Verlauf einem Ende zustreben – zack! – tut sich eine erneute Wendung auf. Das macht viel Freude, man kann sich der Wirkung der Filmhandlung gar nicht entziehen. 
Die Filmmusik begleitet kongenial: Nils Frahm und DJ Koze.
(Befremdlich war aber eine mir unerklärliche Kleinschreibung von Dingwörtern in den deutschen Untertiteln.)