Category Archives: Kino

Kino, Mattscheibe: “Paterson”

Foto: Jabs

Foto: Jabs

Schon allein wegen der grandiosen Schlussszene lohnt es, diesen, ach so schönen, Film von Jim Jarmusch anzusehen. Es geht nicht nur um eine rührende Liebesgeschichte. (Filmzitat. “Ohne die Liebe, hat da noch irgendetwas einen Sinn?”) Gerade für mich ist es erfrischend, dass es wohl Menschen gibt, denen es große Freude bereitet, ihre Gedanken einfach mit einem Stift zu Papier zu bringen. Und welche, die übrigens ohne Smartphone leben können.

Kino: “Kampftrinken”: Rolf S. Wolkenstein & Wolf Hogekamp

Foto: Jabs

Foto: Jabs

Mir wurde eine DVD zugespielt: “Blechkiste Berlin” – Kultfilme aus dem Westberliner Untergrund der 80er Jahre. Was ich über diese Sammlung las, erscheint mir ziemlich überbewertet.
Was da unter “Kultfilme” verstanden wird, ist für mich ziemlicher Nonsens. Alle präsentierten Kurzfilme sind handwerklich dürftig gemacht. Die Macher generieren sich selbstverliebt, überdreht.
Exemplarisch ist eine Aussage aus den Interviews mit den Autoren: “Immer schön Presse machen und dann läuft’s. Bei dir doch auch!”
Das Beispiel “Kampftrinken” ist mir zu voyeuristisch und viel zu dekadent:

Fussball, Kino: Fußball…

Foto: Jabs

Foto: Jabs

Das Leben lernt ihr erst, wenn es losgeht mit dem Verlieren.
Wir bestehen als Team oder gehen als Einzelämpfer unter.
Das ist der Text:
“Ich weiß nicht, was ich euch sagen soll, Männer. In drei Minuten beginnt die größte Schlacht
unserer Profilaufbahn. Heute wird sich alles entscheiden. Entweder bestehen wir als ein
Team oder wir zerbrechen, Stück für Stück, Spielzug um Spielzug, bis wir am Ende sind. Wir
stecken knöcheltief in der Scheiße, Männer! Das könnt ihr mir glauben. Und – ihr könnt da
hocken bleiben und uns den Arsch aufreißen lassen oder wir können uns wieder nach oben
kämpfen, ans Licht. Wir können aus dieser Hölle aufsteigen Stück für Stück, nach oben. Nur –
ich kann das nicht für euch tun. Ich bin zu alt. Ich seh mich um und sehe eure jungen,
frischen Gesichter und denke: Meine Güte, ich habe alles falsch gemacht, was ein Mann in
mittleren Jahren nur falsch machen kann. Ich, ich hab mein gesamtes Vermögen
verplempert. Ob ihr‘s glaubt oder nicht, ich habe jeden Menschen, der mich in meinem
Leben je geliebt hat, vertrieben. Seit einiger Zeit ertrage ich nicht mal mehr den Anblick der
Visage, die ich im Spiegel sehe. Ist nun mal so, wenn man älter wird, geht einem Einiges
verloren. Ich meine, so, so ist nun mal das Leben. Aber das lernt ihr erst, wenn es losgeht mit
dem Verlieren. Dann findet ihr heraus, dass es im Leben auf die Kleinigkeiten ankommt,
genau wie beim FOOTBALL. Weil, sowohl im Leben, als auch beim FOOTBALL der Spielraum
für Fehler winzig ist. Ich meine, ein halber Schritt zu weit oder zu kurz heißt meistens, ihr
kriegt den Ball nicht. Nur eine halbe Sekunde zu schnell oder zu langsam und ihr greift
vorbei. Diesen Kleinigkeiten, die so wichtig sind, begegnen wir immerzu. Und zwar in jedem
Moment des Spiels, in jeder Minute, in jeder Sekunde. Wir kämpfen hier um jeden
Zentimeter! Für ein paar Zentimeter zerreißen wir uns selbst und jeden, der dazugehört, in
Stücke. Wir krallen uns mit den Fingern in die Erde für jeden Zentimeter. Weil wir wissen,
wenn wir die Zentimeter zusammenzählen, die wir geholt haben, ergibt das am Ende den
verdammt wichtigen Unterschied zwischen Gewinnen und Verlieren. Mehr noch: zwischen
Leben und Tod! Ich sag euch eins: In jedem Kampf gewinnt nur der, der für ein Stückchen
Erde sein Leben einsetzt. Und ich weiß, dass noch Leben in mir ist, solange ich auch bereit
bin, für dieses Stückchen zu kämpfen und zu sterben. Weil es das ist, was für mich LEBEN
heißt! Dieses kleine Stück, das ihr vor euch seht. Ich kann euch nicht befehlen, es zu tun. Ich
kann nur sagen, seht euch den Mann neben euch an! Seht in seine Augen, und ich glaube,
dann werdet ihr jemanden sehen, der genauso denkt, wie ihr. Ihr werdet einen Mann sehen,
der bereit ist, sich selbst für das Team zu opfern. Weil er genau weiß, wenn es darauf
ankommt, dann tust du dasselbe für ihn. Das ist ein Team, Gentlemen. Und entweder
bestehen wir jetzt als ein Team oder wir werden untergehen – als Einzelgänger. Das ist
FOOTBALL, Jungs. Mehr ist es nicht. Also, was werdet ihr tun?”

Kino: “Die Frau mit der Kamera”

Foto: Jabs

Foto: Jabs

Der Film von Claudia von Alemann über die das Leben und Schaffen der berühmten Fotokünstlerin Abisag Tüllmann ist von Berliner Kino Arsenal online gestellt worden.
Insbesondere beeindruckten mich Tüllmanns Bilder der Obdachlosen.
Bei den Diskussionen über Kunst erstaunt mich immer wieder, wie viel Unsinn man so in Fotos hineininterpretieren kann. Außerordentlich angenehm sind dagegen die Gedanken der Frankfurter Kollegin und Freundin Barbara Klemm.
Interessant war auch in diesem Film zu sehen, dass man das gute alte ORWO-Fotopapier aus der DDR-Produktion augenscheinlich auch im Westen trefflich gebrauchen konnte.

Kino, Mattscheibe: “Down by Law”

Foto: Jabs

Foto: Jabs

Ich kann mir zwar nicht so recht vorstellen, dass jemand dieses Meisterwerk von Jim Jarmusch noch nicht gesehen hat, aber der Film, der für mich zu den zehn besten Filmen aller Zeiten gehört, kann hier (bis zum 05.04.2020) angesehen werden:

Ein Zitat, das im Film gefeiert wird, kann man zwei Autoren zuschreiben (im Film wird Robert Frost genannt):
„Im Wald zwei Wege boten sich mir dar, ich ging den, der weniger betreten war. Dies veränderte mein Leben!“ Robert Frost
„Im Walde zwei Wege boten sich mir dar und ich ging den, der weniger betreten war – und das veränderte mein Leben.“ Walt Whitman

Kino, Mattscheibe: “Unterleuten”

Foto: Jabs

Foto: Jabs

Das hätte ich nicht gedacht: Auch wenn einem ein Roman verdammt gut gefällt, kann eine Fernsehverfilmung gelingen! Die Regie von Matti Geschonneck, das Drehbuch von Magnus Vattrodt (beide Grimme-Preisträger) und die toll gefilmten Bilder (Kamera: Theo Bierkens) tragen diese Geschichte, weil sie nah an der Vorlage und dann auch anders als in Juli Zehs Buch erzählt wird. Großartige Mimen machen diesen dreiteiligen Streifen zu einem ansehnlichen Erlebnis. Und das Ansehen dieser TV-Produktion ist erfreulicherweise etwas anderes als der Genuss beim Lesen, der ist nicht zu überbieten.

Kino: Unterleuten

Foto: Jabs

Foto: Jabs

102-Foto_Jabs_Unterleuten

Ich habe den Baum, der in der Schlussszene des Films zu sehen ist, schon mal bei einem Ausflug ins Oderbruch geknipst.

Fotografie, Kino, Mattscheibe: “Generation Wealth”

Foto: Jabs

Foto: Jabs

Die Bilder der Fotografin Lauren Greenfield begeistern mich nicht gerade. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich die in ihrem Film aufgezeigte Welt nicht im Entferntesten verstehen kann. Er gewährt Einblicke in ein Leben, die ich gar nicht haben möchte. Die Dekadenz dieser Gesellschaft ist unerträglich, wird trotzdem schonungslos gespiegelt. (Die Aufnahmen von den kosmetischen Operationen sind wahrlich nichts für zarte Gemüter!)