Category Archives: Kino

Kino: “Loving Vincent” – ein Zeichentrickfilm

Foto: Jabs

Foto: Jabs

Gerade ist in den deutschen Kinos die britisch-polnische Koproduktion (Dorotha Kobiela und Hugh Welchman) über das Leben und Sterben Vincent van Goghs angelaufen. “Die Kritik” spricht vom schönsten Kunstfilm des Jahres!
Beeindruckend und in der Geschichte einmalig: 125 Künstler erarbeiteten wohl fast 65000 Ölgemälde, die den Film zu einem Bildgewitter werden lassen. Die Bilder wurden im Stil des Begründers der modernen Malerei geschaffen und zitieren viele Motive des großartigen Künstlers. Das ist ein Hohelied auf das Handgemachte!
Mir erzählt dieser Krimi viel über Bruderliebe. Die Handlung ist unkompliziert. Anstrengend wird das Ansehen, da die Bilder in den Farbaufnahmen immer ziemlich “flackern”. Die Rückblenden erscheinen in einem ruhigeren Schwarz-Weiß.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst/kunstfilm-loving-vincent-ein-leben-in-65-000-bildern-15360314.html

Kino, Mattscheibe: “Die Frau mit den 5 Elefanten”

Foto: Jabs

Foto: Jabs

Am heutigen Totensonntag gab es einen wunderschönen Dokumentarfilm im Fernsehfunk zu sehen.

Es irritiert mich, dass in diesem zärtlichen Porträt einer so angenehm klugen Frau zum durchdachten Umgang mit der deutschen Sprache angeregt wird, im Titel aber die Ziffer “5” Verwendung findet. Es wäre aber doch wohl viel besser, das Wort “fünf” zu gebrauchen.
Svetlana Geier zitiert Wladimir S. Solojew: 
„Lieber Freund, siehst du denn nicht,
dass alles das, was unsere Augen schauen
nur Abglanz ist von Ungesehenem?
Lieber Freund, hörst du denn nicht,
dass alles was unsere Ohren hören,
nur ein Widerhall ist, ein entstellter Widerhall
von triumphierenden Harmonien?
Lieber Freund, spürst du, ahnst du denn nicht,
dass es nur eins auf Erden gibt –
das ist das, was ein Herz dem anderen
in einem wortlosen Gruß sagen kann.”

Kino: “Körper und Seele”

Foto: Jabs

Foto: Jabs

Ildikó Enyedi drehte diesen Film.
Ein zurecht preisgekröntes Meisterwerk ungarischer Filmkunst!
Wunderschöne Bilder von Hirschen und Menschen aus dem Alltag unserer Tage. Intensive Nahaufnahmen beeindrucken, Lichtstimmungen überzeugen, faszinieren (sie erinnern mich an Jim Jarmuschs Only Lovers Left Alive).
Die ewige Kinogeschichte von der tragischen Liebe wird behutsam und einfühlsam, trotzdem spannend erzählt. Sie spielt diesmal in einem Schlachthof! Zwei Menschen träumen denselben Traum… Ergreifend ist die Entwicklung der autistisch veranlagten schönen Frau auf der Suche nach dem großen Gefühl. Die Stimmung verstärken angenehm ruhige, ergreifende Szenen mit Hirschen im Wald.
Richtig gebrochen wird der sentimentale Verlauf von im wahren Sinne blutigen Geschehnissen, aber auch durch witzige Begebenheiten am Rande der Romanze im rauen Milieu des Schlachthofs.
Interessant war für mich, dass “What He Wrote” von Laura Marling als das Liebeslied eine wichtige Funktion im Film übernimmt:
(Mein Vorschlag für das Liebeslied, das hier passen würde ist wäre Alin Coens “Du bist so schön”:
Schönes Zitat der Regisseurin: „Dabei ist jeder Mensch ein Kleinod. Wir verstecken unsere eigene Kostbarkeit.“ 

http://www.sueddeutsche.de/kultur/koerper-und-seele-im-kino-eine-der-schoensten-liebesgeschichten-seit-langem-1.3673030

Kino: Valeska Grisebach: “Western”

Foto: Jabs

Foto: Jabs

Ich bin ein großer Verfechter langer Einstellungen im Kino, aber in Valeska Grisebachs hoch gelobter Arbeit kommt die Handlung etwas zäh in Gang.

Die Schauspieler sind Laien und großartig besetzt! Die Typen sehen klasse aus und die Stimmung auf der Montage im südöstlichen Europa wird famos vermittelt. Etliche Dialoge sind mir zu hölzern, zu gewollt dem Milieu auf dem Bau angepasst – nicht verwunderlich: Die Akteure sind eben keine ausgebildeten Mimen.
Im Verlauf des authentisch wirkenden Films gewinnt die Handlung an Tempo, an furiosen Höhepunkten. Bei dem Titel “Western” verwundert es nicht, dass zahlreiche Duelle dafür verantwortlich zeichnen.
Schön, dass das Finale viele Fragen offen lässt.

Kino, Musik: 100 beste Filmsongs von Radio Eins

Foto: Jabs

Foto: Jabs

Es gibt in dieser Liste der 100 Ohrwürmer wirklich zwei Lieder aus dem Osten…

Aber viel bedeutender ist, dass ganz wichtige Filme fehlen. Ganz in der Kürze fällt mir ein: Wayne Wangs “Smoke” mit Tom Waits (Innocent when you dream), Anton Corbijins “Control” mit Joy Division, “Lost In Translation” mit Air und am traurigsten: Jim Jarmuschs “Stranger Than Paradise” mit John Lurie (und I Put A Spell On You von Screamin’ Jay Hawkins), “Ghost Dog” und sein mehr als genialer Film “Dead Man” mit Neil Young fanden keine Berücksichtigung!
Aber da es sich ja um eine persönliche Wertung einer Jury handelt kann ich sie natürlich nicht anfechten – eine objektive Rangliste kann es nicht geben!.

 

Kino: Kino: “Final Portrait”

(grandiose) Fotos Alberto Giacometti von Henri Cartier-Bresson!

(grandiose) Fotos Alberto Giacometti von Henri Cartier-Bresson!

Foto_Henri-Cartier-Bresson_Alberto-Giacometti_2 Foto_Henri-Cartier-Bresson_Alberto-Giacometti_3

Mir hat dieser so positiv besprochene Film über 18 Tage aus Leben Alberto Giacomettis im Jahr 1964 nicht so recht gefallen, obwohl mich der Stoff interessiert, denn für einen Büromenschen mit einem langweiligen Job ist die Vision des anscheinend ungezwungenen Lebens eines berühmten Künstlers einfach wahnsinnig fesselnd.
Aber ich mag es schon nicht so, wenn der Hauptdarsteller dem Filmhelden äußerlich allzu ähnlich sieht. In der Handlung und wenig nuancierten Charakterzeichnung der Figuren kommt mir zu vieles schlicht zu klischeehaft, mitunter plump daher. Es entsteht kein Schwung, der den Zuschauer zu fesseln vermag.
Zur Technik: Ganz toll fand ich die wunderbar entsättigten(?) Farben der Filmkopie!
Ein nachdenkenswertes Zitat Giacomettis: “Gibt es einen besseren Nährboden für den Selbstzweifel als den eigenen Erfolg?” (Übrigens gibt es das Wort “nachdenkenswert” im Duden nicht!)

http://www.spiegel.de/kultur/kino/alberto-giacometti-kuenstlerfilm-final-portrait-kritik-a-1160882.html

Kino, Mattscheibe, Uncategorized: “Mommy”

Foto: Jabs

Foto: Jabs

Viele Filmkritiker sehen in Xavier Nolans “Mommy” ein Meisterwerk.

Der junge, wohl unwahrscheinlich talentierte Kanadier schrieb das Drehbuch und führte die Regie in einem sehr interessanten und intensiven Streifen. Er beeindruckt neben der sehr starken Handlung auch mit großartigen Bildern. Erzählt wird eine Geschichte über die Liebe, die Mutterliebe.