Category Archives: Ausstellungen

Ausstellungen, Fotografie: LOOCK Galerie

Foto: Jabs

Foto: Jabs

Eine sehr schöne Fotoausstellung!
Die Aufnahmen Martin Parrs begeisterten mich – “Yates’s Wine Logdes”. Reine Tristesse – wunderbare Ansichten in den 1983 besuchten eher spartanisch eingerichteten Pubs. Kleine Abzüge/Prints hängen ohne Rahmen hinter Glasscheiben und werden von Nägeln gehalten, ein Motiv wurde riesengroß direkt auf die Wand geklebt. Das ist sehr angenehm anzusehen!
Zitat des Firmengründers Peter Yates: “Mäßigung ist wahre Enthaltsamkeit.”

Ausstellungen, Fotografie: Galerie Deschler: Sven Marquardt

Foto: Jabs

Foto: Jabs

Der sagenumwobene Einlasser an der “härtesten Tür” der Club-Welt stellt Porträts von einigen seiner renommierten, schönen Freunden in Berlin aus (Titel der Präsentation: “Pack”).
Natürlich alles sorgsam arrangierte Schauplätze einer illustren Künstlerszene, die einfach ein Klischee bedienen. Der Fotograf Sven Marquardt versteht sein Handwerk, seine Kunst seit vielen Jahren.
In der edlen Mitte-Galerie findet man riesige Prints der analog entstandenen Fotografien. Alles wird nicht unter Glas und ohne Rahmen gezeigt, ein Teil auf großem Barytpapier. Der andere, auf übergroßem matten Papier gedruckte, wurde direkt auf die Wände geklebt und entfaltet eine immense Wirkung.
Selbstverständlich muss man die Aufnahmen aus der Entfernung betrachten, denn so gewaltig vergrößerte Bilder sind doch arg körnig.
Wer es weniger spektakulär, aber mit mehr Feingeist und Kunstsinn mag, der sollte sich um die Ecke in die Galerie Tucholkskystr. 38 begeben. Dort sind brillante Aufnahmen Ulrich Wüsts zu bestaunen.

Ausstellungen, Fotografie: Vivian Maier!

Foto: Jabs

Foto: Jabs

Die Aufregung um das Auffinden des schier unfassbaren Nachlasses der faszinierenden Vivian Maier scheint anzuhalten. Der Wirbel ist gewaltig! Auch in der zweiten Ausstellung im Willy-Brandt-Haus scharen sich die Kunstinteressierten in Massen um die Werke der großartigen Künstlerin. Unangenehm fällt auf, dass die ziemlich hitzige Vermarktung der Fotografien der 2009 verstorbenen Frau von Geschäftemacherei und einigen Rechtsstreitigkeiten begleitet wird.
Das soll aber nicht davon ablenken, dass die Bilder den aufmerksamen Betrachter begeistern. Welch tolle Porträts! Wie unbefangen blickten die Menschen in die Kamera einer fremden Frau.
Mir fiel auf, dass alle Prints ziemlich starke Kontraste aufweisen – dunkle Bildteile versinken in tiefem Schwarz. Die auch ausgestellten Kontakte sind tonwertreicher. Aber die Wirkung der schön gerahmten großen Abzüge “knallt” so einfach mehr. (Überall sprechen die Fachleute von “Silver Gelatine Prints”. Ich dachte beim Begutachten im Willy-Brandt-Haus, dass es sich um Drucke auf mattem Papier handelt.) Viele Motive sah ich zum ersten Mal. Und mir gefiel diese Präsentation sehr, obwohl ich das quadratische Bildformat der Rolleiflex eigentlich nicht so mag.
Zitat Vivian Maier: „Wir müssen anderen Menschen Platz machen. Es ist ein Rad – man springt auf und fährt bis zum Ende, und dann hat jemand anders die Gelegenheit, bis zum Ende zu fahren, und wird seinerseits von einem anderen abgelöst. Es gibt nichts Neues unter der Sonne.”

Ausstellungen, Fotografie: Miron Zownir in der Galerie Brotfabrik

Foto: Jabs

Foto: Jabs

Die erstmalig in Berlin präsentierten Bilder faszinieren, obwohl mir vieles etwas zu derb ist. 1995 fotografierte Zownir in Moskau zahllose Opfer der Trunksucht. Es ist irgendwie verstörend, so radikale Aufnahmen von Menschen anzusehen, die vom Schicksal fürchterlich gepeinigt wurden, wenn sie nun gerahmt in dicken Passepartouts an Galeriewänden hängen. 
(Mir sind die Rahmen für die Größe der analogen Abzüge mitunter zu klein und bei einigen Aufnahmen ist die Palette der Grauwerte begrenzt.)

In der interessanten Ausstellung kann man den ungeheuer beeindruckenden Bildband “Berlin noir” mit Stadtbildern und geradezu provokanten, ja obzönen Fotos sexueller Perversionen durchblättern.