Category Archives: Fotografie

Ausstellungen, Fotografie: André Kirchner in der Berlinischen Galerie!

Foto: Jabs

Foto: Jabs

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“Stadtrand Berlin”
Die sehr enge Hängung aller Rahmen in gleicher Größe der gleich großen Fotos erweckt den Anschein eines regelmäßig umlaufenden Bandes.
60 Panoramafotos, die auf Silbergelantinepapier abgezogen wurden, treffen sicher nicht den Geschmack der Masse. Anders als die zeitgleich präsentierten Bilder Lotte Lasersteins. André Kirchner zieht nicht so viele Besucher in seinen Bann, denn bei oberflächlicher Betrachtung könnte irgendwie Montonie aufkommen.
Mir fiel auf, dass die analogen Panoramagroßformatfotos an den Rändern auch Abschattungen zeigen.

Ausstellungen, Fotografie: Bilder aus England im Willy-Brandt-Haus

Foto: Jabs

Foto: Jabs (Willy-Brandt-Haus)

Drei Fotoausstellungen auf einen Schlag!
Im Erdgeschoss zeigen verschiedene junge Fotografen der Agentur Ostkreuz ihre Eindrücke vom aktuellen Leben auf der Insel. Interessant, wie die aufstrebenden Künstler ihre Werke darbieten: Einfach die Prints auf die Wände gepinnt oder randlose Formate in edlen schmalen schwarzen Metallrahmen. Wie immer besticht Sebastian Wells mit seinen Aufnahmen, dieses Mal aus dem kleinen Wigham. Allerlei andere mich nicht so überzeugende Fotos werden überstrahlt von einer zweiten Serie mit Farbbildern: “Black Pool” (Achtung Wortspiel: Black Pool/Blackpool) von Miguel Brusch! Großartige Motive hervorragend fotografiert und hier prächtig präsentiert!
Die beiden Einzelausstellungen in den oberen Stockwerken sind in Schwarzweiß anzusehen.
Das Thema Benita Suchodrevs ist übrigens auch Blackpool. Ihr Schwarzweiß in den großformatigen Bildern ist wahnsinnig hart, in den Weißflächen erkennt man oft keine Zeichnung mehr und dementsprechend ist das Schwarz mitunter ein riesiger einfarbiger Bereich. Der Himmel wird, wie mit Rotfilter aufgenommen (oder per Photoshop bearbeitet), dramatisch dunkel und kontrastiert mit weißen Wolken oder Möwen. Zumeist blickt die Frau “aus der Hüfte”, also aus einer Untersicht mit schrägen Ebenen und mit kurzen Brennweiten auf das Geschehen in der anscheinend zunehmend verlebten Küstenstadt an der Irischen See. Diese Dynamik mit charakteristischen Unschärfen unterstützt die Motive, die Suchodrev auf der heruntergekommenen Strandpromenade findet,  irgendwie spektakulär kaputte Gestalten.
Mir ist das alles etwas zu heftig, irgendwie gewollt. Aber die Künstlerin hat recht: Sie fand die Menschen in trostloser Umgebung ja so vor.
Traurig geht es auch eine Treppe höher zu. Das Schwarzweiß Tish Murthas ist ein Gegenentwurf zu Benita Suchodrev, mehr eine Komposition in Grauwerten. Die angenehm kleineren Formate, klassisch in Passepartouts, sind sehr sorgfältig ausgearbeitet (Nur die feinkörnige Bildoberfläche stört mich ein bisschen.)  In der Ausstellung werden Aufnahmen aus der den Jahren von 1978 bis 19981 gezeigt. In dieser Zeit konnte man augenscheinlich noch unbeschwert auf der englischen Straße fotografieren. Tish Murtha gelangen grandiose Bilder von Jugendlichen (und Kindern) des Proletariats in Newcastle und anderen Städten im Nordosten des Königreichs.