Fussball: Sympathien für die deutsche Fußballnationalmannschaft nach der WM
Uckermark: Abiturjahrgang 2014 in Prenzlau
Kino, Musik: “Mistaken for Strangers” zurzeit im Kino
Anscheinend ein Dokumentarfilm über The National, eine Beatgruppe, die sich anschickt einen Weltrekord in ausverkauften Konzerten aufzustellen.
Ich liebe die vor Energie überbordende Musik der Band um den faszinierenden Sänger Matt Berninger. Dieser ständig Wein trinkende Typ hat Stil!
Vor vier Jahren wollte er seinem kleinen Bruder einen tollen Job verschaffen. Der Heavy Metal-Fan Tom Berninger wurde Roadie für eine große Tour und sollte eine Doku über die Tournee drehen. Sein Filmrepertoire beschränkte sich bis dahin auf wenige, wohl zu Hause oder im Garten aufgenommene Amateur-Splatter-Movies.
So misslang ein Konzertfilm über The National gründlich.
Nichtssagende Interviews, banale Bilder, ein Konzept ist nicht zu erkennen. Wenn mal vernünftige Sequenzen erscheinen, ist der Filmemacher im Bild, d.h. ein zweiter Kameramann war am Werk.
Tom Berninger versagte auch in seinem Job als “Mädchen für alles” auf der Konzertreise durch europäische Metropolen und wurde vom Tourmanager gefeuert.
Nach zwei Jahren wurde der immer noch bei seinen Eltern in Cincinatti lebende Stubenhocker von dem um sein Brüderchen besorgten Rockstar nach New York eingeladen.
Hier entstand dieser Film.
Es geht nur noch um das Verhältnis zwischen Tom und Matt. Die befragten Eltern attestiertem dem etwas verplanten, etwas versoffenen und verträumten kleinen Bruder durchaus künstlerisches Talent. Aber ebenso keine Konsequenz in seinem doch sorglosen Dasein.
Das war in der Kindheit so und änderte sich bis heute mitnichten.
Die gesamte Familie will, dass Tom endlich einmal etwas zu Ende bringt. Es geht um die Ausbildung eines gesunden Selbstbewusstseins!
Matt Berninger und seine Frau helfen beim Drehbuch, beim Schnitt und vor allem bei der Produktion (und der Finanzierung). Sie flehen Tom an: “Du musst an die Dinge glauben, die du an dir magst!”
Aber auch die Vorstellung des Rohschnitts vor einem Konzert im engen Bekanntenkreis endet in einem Desaster.
Der Film hinterlässt mich zwiespältig.
Weil mir The National so gefällt und man aus der Dokumentation mit Macht einen ansehbares Werk zu machen versucht.
“Mistaken for Strangers” ist ein Film über das Scheitern.
(Ein traurigschönes Zitat von The National: “Die Besten unter uns erhängen sich aus Liebe.”)
Fussball: Mein Fazit Fußballweltmeisterschaft 2014
Ganz kurz meine Gedankensplitter:
– sehr gute Spiele (der Sport hat sich wahnsinnig entwickelt)
– sportlich die beste WM, die ich sah; rasantes Tempo:
(Ich sollte nie wieder behaupten, ich ginge Fußball spielen. Denn was wir in unserer Freizeit in den Berliner Stadien praktizieren, hat aber auch gar nichts mit dem Sport zu tun, den man unlängst im Fernsehen bewundern konnte. Besser wäre es, wenn ich fortan zu Attest gebe, dass wir zum Fußbälle wegschießen gehen.)
– anders als erwartet: wenig 0:0-Spiele
– torreiche Begenungen (obwohl die schwächeren Nationalmannschaften sich nicht mehr deklassieren lassen), zumeist Aktivität der Teams von Beginn an
– wenig abwartende Haltung (außer beim zweiten Semifinale)
– (wie immer bei der WM, aber 2014 auch nach Abschluss der Gruppenphase!) absurde Schiedsrichterleistungen, die von wahnwitzigen Vorgaben geprägt waren: wenig gelbe Karten (auch nach üblen Fouls, nie wegen Diskussionen mir dem Referee), überflüssige Rasierschaumlinien
– keine Diskussionen um die Flugeigenschaften des Leders Brazuca (nicht mal bei Igor Akinfejew)
– Puma-Töppen: zwei verschiedenfarbige, unansehnliche Schussstiefel …
– hautenge Spielhemden (Kloppertruppe Uruguay)
– oft prognostizierte Einfluss des Wetters auf Spieltaktik blieb aus
– leider wieder insgesamt enttäuschendes Niveau der Afrikaner (in den Mannschaftshotels sollen sich unzählige Spielerberater tummeln)
– tolle Spieler: James Rodriguez (Kolumbien), Arijen Robben (NL), Joel Campbell (Costa Rica), Alexis Sánchez (Chile) und der Stoiker Andrea Pirlo (Italien); Weltstars: Leonel Messi, Nejmar; großartig: Neuer, Kroos, Müller
– Turnier erweist sich als veritable Spielerwechselbörse:
Alexis Sanchez (Chile) für 38 Mio. Euro zu Arsenal
Luis Suarez (Chile) für 75 Mio. Euro zu Barcelona
Toni Kross wohl für ca. 25 Mio. Euro zu Real
vielleicht Guillermo Ochoa (Mexiko) zu Atletico
vielleicht Keylor Navas zu Bayern
Mario Mandzukic für 22 Mio. Euro zu Atletico
David Luis unverständlicherweise für 50 Mio. Euro zu Paris St. Germain
Cesc Fabregas für 35 Mio. Euro zu Chelsea…
– Joseph Blatter Machenschaften werden immer auffälliger, nun sich auch FIFA-Funktionäre offensichtlich in den Ticketskandal involviert; das Turnier generiert Unsummen von Werbeeinnahmen (deshalb gibt es das überflüssige Spiel um den dritten Platz)
– wieder bewiesen, dass die Floskel “Mit einem Mann weniger spielt es sich leichter” totaler Unsinn ist, Teams in numerischer Unterzahl bekamen große Probleme
– auffallend war das Bezeugen des Respekts nach den Auseinandersetzungen, das liegt bestimmt auch daran, dass viele Kontrahenten Mannschaftskameraden in Heimatvereinen sind
– die deutsche Nationalmannschaft wird verdient Weltmeister;
spielt mit vier Innenverteidigern in der Viererkette (die DDR-Auswahl probierte es seinerzeit mit acht? Liberos!); Bedenken um den Einsatz von Benedikt Höwedes waren (auch bei mir) riesengroß; Einfluss Jogi Löws wird in den Zeitungen arg unterschätzt: er wich von einigen Prinzipien ab: Lahm auf linken Verteidiger, Verzicht auf Per Mertesaker, nur einen Stoßstürmer mitgenommen, das Üben der viel beschworenen Standard trug reife Früchte, es existiert ein “Plan B”: Andre Schürrle! – nur beim Einsatz von Mustafi lag er gänzlich daneben; Aufregung um den Standort des WM-Quartiers in Campo Bahia war unbegründet, Arbeit Oliver Bierhoffs ist wohl hervorragend (und er drängt sich nicht übermäßig in den Vordergrund); traditionell: herausragende Fitness aller dt. Spieler, deutlich stärkster Torhüter des Turniers; sehr gute Arbeit der medizinischen Abteilung: Sorge um verletzt angereiste Spieler (Khedira, Neuer, Schweinsteiger)
– der Empfang auf der Fanmeile am Dienstag in Berlin war eine einzige Werbeveranstaltung: Der vierte Stern auf dem deutschen Trikot ist der Mercedes-Stern, auch die Mannschaft war nicht sonderlich geschmackssicher: “So geh’n die Gauchos”…
– die Entwicklung des Fußballweltmeisterschaft zu einem totalen und fulminanten Medienspektakel ist unaufhaltsam
Fussball: Familienleben nach mehr als vier Wochen Fußball im Fernsehen
Musik: Kettcar – Am Tisch
Ein Toast, auf das Leben, seine Lügen, und wie wir uns zeitlebens abmühen für nichts und gar nichts. Ein Toast, auf das Leben, einen Platz, auf dem man einmal so sein kann, wie man ist, wer man ist.
Und das geht so:
“Ich bin nicht verbittert,
probier das nur aus.
Jetzt nach dem Essen,
ich will eigentlich nur noch nach Haus.
Sie geben nicht an,
sie lassen nur wissen.
Bin ich noch ungerecht oder schon neidisch?
Es sind deine ältesten Freunde,
wohl beides.
Es schimmert nur durch.
Es steht in der Luft zwischen uns.Und all’ diese Themen, ja das sind gute Themen.
Übers Kochen und Reisen, und was wir so nehmen,
bevor gleich einer sagt:
So, das war’s.
Erhebt euer Glas.
Kommt, erhebt euer Glas.Ein Toast,
auf das Leben,
das Glück,
nur ich, ich komm nicht mehr mit,
mit dem Leben,
dem Glück.
Ein Toast,
auf die Freundschaft,
die Gewissheit,
in einem Jahr von hier und jetzt an,
kommt sicher das Mitleid.Wir waren immer so stolz darauf,
dich zu kennen.
Mehr Ahnung von allem
als wir alle zusammen.
Hier sagst du erst nichts
und dann diesen kryptischen Mist.Wir haben uns entschieden,
so wie die meisten
fürs Rattenrennen
und fürs Eigenheim leisten.
Und du blickst herab
mit diesem Wissen, was los ist.
probier das nur aus.
Jetzt nach dem Essen,
ich will eigentlich nur noch nach Haus.
Sie geben nicht an,
sie lassen nur wissen.
Bin ich noch ungerecht oder schon neidisch?
Es sind deine ältesten Freunde,
wohl beides.
Es schimmert nur durch.
Es steht in der Luft zwischen uns.Und all’ diese Themen, ja das sind gute Themen.
Übers Kochen und Reisen, und was wir so nehmen,
bevor gleich einer sagt:
So, das war’s.
Erhebt euer Glas.
Kommt, erhebt euer Glas.Ein Toast,
auf das Leben,
das Glück,
nur ich, ich komm nicht mehr mit,
mit dem Leben,
dem Glück.
Ein Toast,
auf die Freundschaft,
die Gewissheit,
in einem Jahr von hier und jetzt an,
kommt sicher das Mitleid.Wir waren immer so stolz darauf,
dich zu kennen.
Mehr Ahnung von allem
als wir alle zusammen.
Hier sagst du erst nichts
und dann diesen kryptischen Mist.Wir haben uns entschieden,
so wie die meisten
fürs Rattenrennen
und fürs Eigenheim leisten.
Und du blickst herab
mit diesem Wissen, was los ist.
Dieser Abend kein Fehler
und wenn, dann nicht meiner.
Ich bin kein Verräter
und fühl mich wie einer.
Denkst du denn ernsthaft, dies Leben macht Spaß?
Erhebt euer Glas.
Kommt, erhebt euer Glas.
Ein Toast,
auf das Leben,
seine Lügen,
und wie wir uns zeitlebens abmühen
für nichts,
und gar nichts.
Ein Toast,
auf das Leben,
einen Platz,
auf dem man einmal so sein kann,
wie man ist,
wer man ist.”
Fussball: Finale
Kino: “Der Brottag”
Ein Dokumentarfilm für beinharte Cineasten, Freunde langer Kameraeinstellungen und Kenner der russischen Seele oder für diejenigen, die sich dafür interessieren.










