Category Archives: Fussball

Fotografie, Fussball, Kino: Hans van der Meer

Foto: Jabs

Foto: Jabs

Ein grandioser Fußballfotograf!
Hier Kurzfilme von Hans van der Meer – diese bewegten Bilder sind wahrlich optische Perlen für jeden Fußballfreund – Aus einer Zeit, in der die meisten Spieler noch das Hemd in die Hose steckten, die Töppen bevorzugt schwarz waren und die Tornetze vor der Auseinandersetzung angebaut werden mussten. Sie spiegeln unser doch so geliebtes Spiel beinhart authentisch wider (Herrlich das Porträt des frierenden Verteidigers, der sich kaum bewegt, wahrscheinlich folgt er stur den taktischen Vorgaben seines Übungsleiters! Oder die zahlreichen Szenen der mehr oder weniger vermeintlich Verletzten auf dem Feld.)
Wir unvollkommenen, aber enthusiastischen Amateur-Alte-Herren-Kicker verstehen die Bilder nur zu gut…

Fussball: Das aktuelle Bild des DFB

101-Fußball 102-Zingler

Unions Präsi Dirk Zingler über desaströse Auftritte von Oliver Bierhoff und Joachim Löw aus einem Interview in der Berliner Zeitung vom 24.12.2020.

Fussball, Kino: “Maradona, der Goldjunge”

Bildschirmfoto: Jabs

Bildschirmfoto: Jabs

Der etwas weniger bekannte Maradona-Film:

Ich bin kein Maradona-Fan. (Mir hat der Mann einfach zu oft Hand gespielt, zu oft gelogen.) In diesem interessanten Film erhält man viele Informationen über Hintergründe um die wahrscheinlich schillerndste Fußballfigur aus der Geschichte dieses Sports.
(Unglaublich, aber man kann Maradona in einem Trikot des VfB Stuttgarts sehen.)

Fussball: Niedergang des Fußball-Ostens

Foto: Jabs

Foto: Jabs

Beim Ansehen des Berliner Bundesliga-Derbys blieb mir der Mund offen stehen. Eine Frau bemerkte: “Warum seid ihr eigentlich alle gegen Hertha? Es ist doch schön, dass nun drei Ost-Vereine erstklassig sind.” Die fassungslosen Blicke beantwortete die vermeintliche Freundin des Fußballsports: “Na Union, Red Bull Leipzig und Hertha sind doch in der Bundesliga!”

Fussball: Alteherrenfußball

Grafik: Jabs

Grafik: Jabs

Nicht ganz zufällig fand ich in einem neumodischen Podcast die Schilderung eines Fußballspiels unter der Überschrift “Kreisliga Ü 50″.

Ich zitiere:
“Es war der Freitag im Oktober 2020 vor diesem Lockdown, die letzte Möglichkeit im Amateurbereich noch mal Sport im Verein zu betreiben.
Es war großartig. Es war so, wie es im Buche steht. Es war schon stockdunkel, wohl 18:30 Uhr, als es anfing. Es regnete leicht, der Kunstrasenplatz war nass. Die Pseudo-Flutlichtanlage machte ein ganz unangenehmes Licht. Es war also die “perfekte” Stimmung.
Also auf dem Feld gibt es drei, vier Fitte, die sich ja wirklich noch schnell bewegen können, und der Rest fällt beim Umdrehen nach dem Ball wirklich um. Die Torhüter… Also der eine war noch relativ fit, das war die Ausnahme, der andere konnte die Arme nicht vorm Körper zusammenbringen, und solche Leute spielen da mit. Sie wissen ja auch, dass sie über 50 sind… Von der ersten Minute an brüllt die gesamte Auswechselbank nur rein, und die haben ja viele Auswechsler, sie dürfen fliegend auswechseln. Also die Auswechselbank schreit nur rein und nicht etwa hilfreiche Sachen, sondern nur zur eigenen Mannschaft: ‘Eh, warum hast du über den Ball getreten? Was bist du für ein Idiot? Deck den doch mal, das ist dein Mann, du Idiot!’ Die beschimpfen sich unablässig. Anfänglich dachte ich ja, dass diese Spieler es dann nach ihrer Einwechslung vielleicht besser machen. dann kam die erste Garde der Auswechsler zum Zuge. Die sind ja noch schneller umgefallen, sie sind augenscheinlich zu Recht Auswechselspieler. Ich verstehe nicht, wie man sich gegenseitig so beschimpfen kann. Dann haben ja teilweise die Leute aufgehört zu spielen, haben sich umgedreht, haben drei Schritte Richtung Außenlinie gemacht, um zurückzubrüllen: ‘Hör’ auf, mich anzuwichsen, kümmere dich um deinen eigenen Scheiß!’ Dabei rollt der Ball hinter ihnen her. Ich dachte, wenn ich mal 50 bin, und ich mit meinen Freunden , die ich schon über 30 Jahre kenne, zusammen spiele, dann will ich mich nicht die ganze Zeit beleidigen.”
(Die Namen der an diesem Spiel beteiligten Vereine verschweige ich demütig, aus Gründen der Pietät.)
Entschuldigend denke ich, dass der junge Berichterstatter den Fußball wahrscheinlich nur von Übertragungen der Champions League aus dem Fernsehfunk kennt.

Fussball: Das erste Mal

Bastelei-Jonathan

Die Freunde des Fußballsports lesen oder hören so oft diesen Standard: Mein erstes Stadionerlebnis prägte mich für das gesamte Dasein… Union gegen Fortuna Düsseldorf, Lok Prenzlau gegen FC Carl Zeiss Jena, Bayern gegen Barca, Aktivist Senftenberg gegen Chemie Böhlen, Schalke gegen Dortmund, epische Schlachten… An das erste Mal erinnern sich alle! 

Was wird es bedeuten, wenn ein Mann mal seinem Kind erzählt: 

Am 30. Oktober 2020 war ich mit meinem Vater und Opa auf dem legendären Tesch-Sportplatz, eng eingebettet in Häuserschluchten des Prenzlauer Bergs. Freitagabend, Regen, kalt. Die Alte-Herren-Mannschaften von Rotation Prenzlauer Berg und der SSG Humboldt kreuzten in einem Bezirksliga-Punktspiel ihre Klingen. Um in dieser Liga mitspielen zu können, müssen die Männer mindestens 50 Jahre alt sein, das bemerkte selbst ich als Fünfjähriger – kein Mensch auf dem Kleinfeldplatz rannte, aber fast alle schrieen Anweisungen oder schimpften lauthals. Eine fast klamme Stimmung, die ich von den Profispielen im Fernseher gar nicht kannte. Humboldt, die Mannschaft meines Großvaters lag schon zur Halbzeit 0:4 in Rückstand und war eigentlich total chancenlos. Meine Sympathien gehörten ihr trotzdem, denn: “Der Torwart von Rotation ist aber dick!” Und eigentlich wollte ich wissen, ob mein Opa wieder halbwahre Geschichten erzählt hatte: “Pullert euer Stürmer wirklich immer an einen Baum, während die anderen Spieler sich warmmachen?” Ich fror und hatte Hunger. der alte Opa hatte Mitleid und fuhr mich mit dem Fahrrad nach Hause. Dabei sang ich ihm zum Gefallen sein Vereinslied: “Spielt unsere Erste in schwarz und weißer Tracht, dem Zuschauer schon das Herz im Leibe lacht!” Daheim angekommen resümierte ich: “Das hat aber Spaß gemacht, beim nächsten Spiel gehen wir aber nicht zur Halbzeit nach Hause, versprichst du mir das?“